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Hochschulpolitik aktiv gestalten

Semesterticket langfristig und sozialverträglich etablieren

München, der 20.05.2016.

Seit fast drei Jahren gibt es das Semesterticket in München – ein Erfolgsmodell, das es in ähnlicher Form zu erhalten gilt. Der aktuell angenommene Vorschlag für die provisorische Weiterführung im Wintersemester liegt bereits über der Grenze des für Münchner Studenten zahlbaren. Dass darüber hinaus eine weitere Erhöhung ab nächstem Sommersemester ins Auge gefasst wird, ist untragbar. „Wir sind besorgt, dass ein verteuertes Semesterticket bei einer Urabstimmung von den Studenten, die in der Innenstadt studieren, abgelehnt wird", so Maximilian Schüle, Vorsitzender des RCDS-TU München. „Das wäre für den Studienstandort München ein klarer Nachteil." Ein langfristig preisstabiles Semesterticket ist aufgrund der allgemein positiven Resonanz endgültig zu etablieren.

In diesem Sommersemester kostet das Semesterticket insgesamt 220,10 Euro, wobei der Ausbildungstarif II für vier Ringe und vier Monate mit 230 Euro eine gute Vergleichsgrundlage darstellt. Bei ihrer Neuberechnung veranschlagt die MVG deutlich mehr, da aufgrund einer empirischen Erhebung eine tatsächliche Nutzung höher eingeschätzt wird. Allerdings veröffentlicht die MVG diese Studie nicht, was es unmöglich macht, die Preissteigerungen nachzuvollziehen. „Die Kalkulationsgrundlage darzulegen und zu begründen, halten wir für ein wichtiges Entgegenkommen allen Studenten gegenüber.", erklärt Matthias Böttger, Vorsitzender des RCDS an der LMU.

Studenten, die meist über kein oder nur ein geringes Einkommen verfügen, dürfen tariflich nicht schlechter gestellt sein als Auszubildende. Alles, was diesen Betrag übersteigt ist überteuert und nicht durchsetzbar.

Tobias Berner, RCDS-Vorsitzender an der HfP ergänzt: „Den Ausbildungstarif auf Studenten anzuwenden, ist nicht gerechtfertigt. Das brächte einen erheblichen bürokratischen Aufwand mit sich und diskriminiert Studenten nach Studienfach." Studenten, die von der Innenstadt nach Garching wollen, zahlen

1 in der günstigsten Konstellation des Ausbildungstarifs

drei Ringe und eine Grüne Jugendkarte = 249,20 €

2 soweit sie in der Innenstadt wohnen, offizieller Studienort aber Garching ist

sieben Ringe = 394,80 €.

Hauptkritikpunkt der MVG ist die überausgiebige Nutzung des Semestertickets für Fahrten außerhalb des universitären Betriebs, wie privat motivierte Fahrten zum Flughafen. „Unserer Auffassung nach dient diese Behauptung dazu, von den vielfältigen infrastrukturellen Defiziten (z.B. Überlastung der Stammstrecke/U-Bahnlinien) abzulenken", so Matthias Böttger. Tobias Berner fügt hinzu: „Durch höhere Preise sollen die Studenten aus den öffentlichen Verkehrsmitteln gedrängt werden, um so die Probleme zu entschärfen. Dabei wird ignoriert, dass etwa die Rentabilität der U6 nur durch Studenten gewährleistet ist und die MVG die Studenten durch ihr Monopol ausnutzen kann!"

Sollte keine anderweitige Einigung möglich sein, wäre aus unserer Sicht eine gestaffelte Ausgestaltung der IsarCard Semester denkbar. „Wenn beispielsweise in zwei Ausführungen unterschieden wird, eine für München XXL [Ringe eins bis acht] und eine weitere für das Gesamtnetz, rückt der eigentliche Sinn des Semestertickets mehr ins Zentrum", stellt Maximilian Schüle klar.

Um den öffentlichen Personennahverkehr in einer pulsierenden, teils überfüllten, Millionenstadt wie München zu nutzen, fordern wir mit Nachdruck auf, dafür zu sorgen, dass ab dem Sommersemester 2017 ein sozialverträgliches und langfristig ausgerichtetes Semesterticket angeboten wird!